Februar 2016
Uetikon, 16.2.16
Dear Classic Car Driver

Das symmetrische Datum hat mich bereits anlässlich der Tagwache daran erinnert, dass eigentlich wieder einmal ein Monatsbrief fällig wäre.
Und da ich ja sonst nichts zu tun habe…
Momentan läuft ja bekanntlich ausser der einen oder anderen Nase trotz Schneemangels im Classic Car Sektor – Aussenbereich nicht sonderlich viel, sodass ich beim besten Willen keine Photos schiessen kann, die auch nur den geringsten Anspruch auf Aktualität erheben können.
So habe ich eben in meinem Archiv gekramt und bin beim OSMT vom letzten September fündig geworden.
Trotz teilweise ordentlich düsterer Wolken und nicht eben verheissungsvoller Prognose haben Michi und meine Wenigkeit uns auf den Weg nach Zug gemacht, um vielleicht wieder einmal andere Autos zu sehen (in unserer Umgebung erscheinen ja naturgemäss immer wieder mehr oder weniger die allseits bekannten Fahrzeuge).
Eigentlich hatten wir einen gewaltigen Aufmarsch mit kilometerlangen Staus und überhitzten Motoren erwartet und uns auch bereits geistig darauf eingestellt. Dem war aber zum Glück nicht so, denn einerseits hatten die dräuenden Wolken eine bremsende Wirkung und andererseits waren die Ersten bereits schon wieder am Abreisen. So fanden wir problemlos Standplätze inmitten der grossen Brüder aus Übersee (Michis AC passte da natürlich besser hinein als mein XK, denn männiglich ist ja grossmehrheitlich der Überzeugung, bei einer Cobra handle es sich um ein Produkt made in Texas. Überhaupt: ich hatte ein Riesenglück, dass mein Auto neben der Cobra stand – sehr zu Michis Vergnügen wusste der hinterste und letzte Besucher besser über Originalität Bescheid als der Besitzer, und dies musste selbstverständlich immer wieder mit einem prüfenden Druck auf das Blech verifiziert werden – ich hatte reale Befürchtungen, dass ich entweder Michi selbst wegen einer Herzkrise oder aber einen allzu forschen Cobra-Betaster wegen eines wohlplazierten Kinnhakens ausgehend von Ersterem zu reanimieren hätte… So blieb mein XK ganz unbehelligt und ich konnte mich der Umgebung widmen).
Das Treffen stand ganz im Zeichen der Amis, von ganz alt bis relativ neu (Stil „Smokey and the Bandit“), beinahe allesamt hochglanz-poliert und chrombeladen.
Daneben nahmen sich die Europäer trotz französischer
oder italienischer
Eleganzia eher bescheiden aus, wie die Bilder eindrücklich demonstrieren.
Einzelne Exemplare aus deutschen Landen gingen mehr oder minder vollständig unter - trotz berühmter Namen:
Rule Britannia
Die Briten waren nicht in rauhen Mengen erschienen, eine einigermassen repräsentative Auswahl findet sich in der nachfolgenden Galerie:
Da die Wolkendecke zusehends dichter wurde und die Feuchtigkeit von oben doch eher zunahm, beschlossen wir, trotz knurrender Mägen auf die Wurst zu verzichten (auch auf ein Bild mit Ehrendame)
und wendeten die Kühler Richtung Zürichsee.
Und: doch, wir sind trocken nach Hause gekommen – sogar, in Michis Fall, ohne Blechschäden!
Nächstes Mal wird er wohl den Unimog mitnehmen….
Yours very sincerely
Urs

