Programm

Hier geht es zum Jahresprogramm 2019 / 2020 des Classic Car Club Horgenberg.

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(Hoffentlich) nützliche Tips, Tricks und Kniffe.

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Oktober 2013

Jubiläumswoche 35 Jahre CC-Club Horgenberg 2013

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Sonntag, 8. September

Wie gewohnt treffen sich die 10 Preziosen, mit Fahrinnen und Fahrern, auf dem Parkplatz Bergsboden am Walensee. Die Aussicht auf eine Woche mit eitel Sonnenschein ist durch die tief hängenden grauen Wolken über dem Walensee etwas eingetrübt. Als Letzter kommt Werni mit seinem offenen roten Triumph daher gebraust. Es kann losgehen, nicht jedoch ohne sich vorher versichert zu haben, dass die Autobahn auf der andern Seite des Rheins den Österreichern gehört und damit „Pickerl“-pflichtig ist. Also heisst es die Gefahr via Durchfahrt von Dornbirn zu meiden. Walters „Garmin“ lässt sich da nicht umprogrammieren und führt den Tross durch Auen, Industriegebiete und an Fussballplätzen vorbei, entlang des österreichischen Rheinufers, sehr zur Belustigung einiger Spaziergänger, weniger der Fahrer. Mit Hilfe eines Ortskundigen schlüpfen schlussendlich alle Fahrzeuge durch das Nadelöhr des Achrain Tunnels und röhren dem Kaffeehalt im Hotel Hubertus in Balderschwang entgegen. Irgendwann bemerkt  Petra, dass Georges nicht mehr sichtbar ist. Er ist bereits auf der Alternativroute,  short-cut, zum Hotel unterwegs. Die Route nach Balderschwang führt durch reich geschmückte intakte Dörfer mit vorwiegend Holzbauten und Trachten geschmückten Bewohnern, für die der sonntäglichen Kirchgang noch zum Lebensinhalt gehört. Der Kaffeehalt in Balderschwang, (Wellness-Hotel Hubertus)  zieht  die Herren an die noch etwas frische Luft auf die Terrasse und die Damen eher in die Boutique im Eingangsbereich.

Gestärkt und mit Einkaufstaschen versehen, geht‘s den Riedbergpass hinauf, kurvig und ideal um die Reifen etwas zum Quietschen zu bringen, immerhin auf 1420 Meter Höhe, hinunter in die Talsohle um das Oberjoch zu erklimmen, nach Oesterreich ins Tannheimer Tal, zum Haldensee. Das Hotel Via Salina bietet nicht nur einen direkten Blick auf See und imaginäre Berge, sondern auch auf einen Restbestand der Desserts aus dem morgendlichen Brunch Buffet, es ist mittlerweile auch schon drei Uhr nachmittags. Bei Nieselregen bewegt sich der Konvoi Richtung Füssen, im sonntäglichen Abendverkehr der Gsteig entgegen. Unser Georges ist auch schon da und empfängt uns schmunzelnd an der Bar. Beim schmackhaften Dreigänger und gepflegtem Service, in der warmen Stube sitzend, zieht eine Regenschwade nach der andern über unseren Hochsitz auf der Gsteig. Wie wird wohl der nächste Tag werden?

Montag, 9. September

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Der herrliche Ausblick von der Kirche auf dem Auerberg

Über Nacht ist ein Wunder geschehen. Der Himmel besteht aus Blau und immer weniger Grau. Endlich wird einem gewahr, wie weitreichend und schön die Aussicht über die Greenfields des Golfplatzes, die rundum liegenden Dörfer, Lechbruck im Süden und  Bernbeuren im Norden ist. Die Berge und Seen, mit Schlössern im Süden bei Füssen, lassen den Blick am dargebotenen Panorama haften. Nicht lange, um neun Uhr ist Abfahrt flussabwärts nach Landsberg am Lech. Walter und sein Jaguar bleiben zu Hause -- mit der Gürtelrose. Der Konvoi bewegt sich allmählich Richtung Hauptstrasse, nachdem Bruno und Urs ihre, vor Wind und Wetter geschützten Lieblinge aus der Garage  von Herrn Böck geholt haben. Irgendwo nach Schongau entzweit sich der Konvoi und einigen bleibt der Ausblick auf die Naturreservate, mit ruhig dahinziehenden Schwänen, auf dem nur langsam fliessenden Wasser der Lech Staustufen, versagt. Zu guter Letzt  finden sich alle wieder im Kaffee in der historischen Altstadt von Landsberg am Lech. Yvonne lässt sich am Markt die Schuhe polieren und wendet die Schuhputzkunst gleich bei einigen Klubmitgliedern an. Auch Tropfen und Salben gegen „Gsüchti“ werden eingekauft für die bevorstehenden nassfeuchten Tage.

Der Auerberg, herrlicher Aussichtspunkt mit Terrasse im Freien, lädt zu einem deftigen Mittagessen ein. Einige erklimmen den Turm des barocken Kirchleins, um eine wunderbare Rundumsicht auf der kleinen Plattform geniessen zu können. Auch das Innere des Kirchleins ist sehenswert. Die Restaurierung mit viel Sachverstand und unter der Schirmherrschaft der Denkmalpflege ausgeführt, lässt die Frage offen, ob wohl der Schweizer Heimatschutz eine solch profane aber sehr zweckmässige Aussichtsterrasse zugelassen hätte.

Marc und Jacqueline, mittlerweile auf der Gsteig eingetroffen, stossen im offenen MG, zwar mit Wolldecke auf den Knien und hochgeschlossenem Faserpelz auch zum Tross, der sich zum Kraftwerk in Rosshaupten bewegt. Hier vernimmt man Wissenswertes über die 20 Staustufen des Lech, das Schluckvermögen der Kaplanturbinen (einiges mehr, als das vereinte Oktoberfest) sowie über die Farbe des Wassers. Ein lehrreicher Abschluss des Wochenbeginns.

Dienstag, 10. September

Um 9.00h ist Aufbruch zur 3-Seenfahrt. Dies ist der Fahrertag! Es sind immerhin beinahe 300 km zu bewältigen. Für Urs, Patrik, Petra und Bruno noch einige mehr, sie verlassen uns nach Abschluss des heutigen Tages. Für Urs winkt Goodwood und Bruno und Petra haben anderweitige Verpflichtungen.  Der Himmel ist uns noch wohlgesinnt. Der Kaffeehalt bei Miesbach,  von weitem animiert durch eine Serviererin im Dirndl, daneben eine Kuh, vor einem Gebäude mit Stühlen, lädt zum kurzen Verweilen ein. Weit gefehlt. Die Beiz hat Ruhetag und Dirndl und Kuh sind „bloody fakes“, Attrappen, um ahnungslose Touristen zum Einkauf von lokal typischen Lederhosen und Hemden ohne Kragen zu animieren.  Die Toiletten haben auch Ruhetag, sodass einige hinter den nahliegenden Bäumen und Büschen verschwinden. Schnell geht’s weiter zum Hotel Schlierseer  Hof. Der Himmel verdüstert sich zusehends, doch die noch leicht sommerlichen Temperaturen  erlauben es,  Apéro und Essen direkt am See, in der gemütlichen Gartenwirtschaft einzunehmen. Leider reicht die Zeit nicht für eine Verdauungsfahrt auf dem See  mit den kleinen elektrobetriebenen Booten.

Die Nachmittagsetappe zieht sich dem Tegernsee entlang. Den Achenpass gilt es nicht zu erklimmen, sondern einfach die Kehren hinunterzufahren, kurz nach Oesterreich und in einem Rechtschwenker wieder nach Deutschland, über die Brücke des Isar-Stausees, hinein in eine unberührte Landschaft, voll von wilden Wasserläufen und mäandernden Rinnsalen. Der Zugang zu diesem Naturreservat gelingt nur über die Mautstrasse, eine schmale mit 30km/h  begrenzte 25km lange, immerhin asphaltierte Landstrasse. Hier herrscht absolute Stille, wenn nicht das Dröhnen und  Rattern unserer Lieblinge wäre. Stehen sie still, hört man nur Vogelgezwitscher und das Klicken der Kameras. Der Himmel verdüstert sich immer mehr und kaum haben wir in aller Eile das Kaffeelokal in Wallgau aufgesucht, prasselt der Regen auf unsere zum Teil nicht mehr ganz dichten Raritäten nieder. Im Konvoi bei sintflutartigem Regen durch Garmisch-Partenkirchen zu fahren, ist bereits hohe Schule. Die Fahrkunst von Bruno ist allerdings noch eine Stufe höher. Er fährt blind ohne Scheibenwischer durch den Lichterwald und Abendverkehr, bis dann der Hilferuf von Petra auf Walters Handy den Konvoi vor einer Garage zum Stillstand bringt. Bei stetigem Regen, ohne auszusteigen, noch eine kurze Stadtbesichtigung von Oberammergau mit Kloster, geht’s weiter nach Steingaden. Hier verabschieden wir uns von Urs, Patrik , Petra und Bruno.

Mittwoch, 11. September

Geplant war eine Schlossbesichtigung mit Kanufahrt am Nachmittag. Nach den Strapazen vom Vortag beschliessen wir einen unbeschwerten Tag, ohne Programm. Einige besuchen das Schloss von Neuschwanstein. Eine Absurdität, die man gesehen haben muss. Etwas Ähnliches neueren Datums gibt es nur noch in Amerika, das Scotti’s Castle im Niemandsland des Death Valley und das Hearst Castle am 101 Freeway an der Küste von Kalifornien.

Weiter geht’s auf den Tegelberg mit wunderbarer Aussicht auf Seen und Berge.

Die Übrigen, durch die Heimfahrt von Marc und Jacqueline nochmals geschrumpfte Gruppe, brechen zu einer Einkaufstour nach Füssen auf. Am Abend gibt’s Modeschau. Pia erscheint vor Glück strahlend im Dirndl, Fredy im Hirschhorn Jackett, Christina im modern Look Dirndl - like Deux Pièce und für die Herren hat es, der hohen Spesen wegen, nur noch für Hemden ohne Kragen gereicht. Aber alle sind glücklich, es fehlt nur noch die Table-Dance Einlage und die Stimmung wäre wie am nicht so weit entfernten Oktoberfest.

Donnerstag, 12. September

Der Regen rinnt unerbittlich. Die Wolken hängen tiefer denn je auf die sonst so schöne Gsteig nieder, man sieht kaum zwei Loch weit. In dieses trübe Nass hinein fährt Ernst mit Béatrice. Nachdem wir am Vormittag die Führung im regensicheren Stollen des stillgelegten Kohlebergwerks  am Peissenberg  durch alle Flötze und Schichtungen hindurch erleben und beinahe als schwarze Knappen aus dem Untergrund auftauchen, erwartet uns auf dem Allgäuer Rigi, so heisst der Hohe Peissenberg, der Mittagstisch. Die sonst sensationelle Rundsicht bis zum Alpenkranz  hinter Füssen ist zugekleistert mit einer undurchdringlichen Nebelschicht. In dieser regnerischen Suppe fahren wir dem verregneten Höhepunkt des Tages, der Flösserfahrt auf der Lech, unserer Destination Lechbruck entgegen. Die Aussichten auf eine nur kurze Aufhellung bleiben getrübt, sodass die Flösserfahrt durch den Besuch des Flössermuseums nicht ersetzt aber immerhin hautnah beschrieben wird. So wie es damals war, etwas rauer und gefährlicher als für den heutigen Tourismus. Auch Béatrice und Ernst sind inzwischen aus dem Nebel aufgetaucht und zu uns gestossen. Früher als erwartet, ziehen wir uns in unsere behaglich beheizten Unterkünfte zurück, einiges besser als bei den Flössern von damals  und erwarten, die wie immer gaumenfreudigen Nachrichten aus der exzellenten Küche.

reitag 13. September

Dem Wetter entsprechend, immer wieder Regen manchmal etwas Aufhellungen, nur kurz um Hoffnungen zu wecken, wäre Kartfahren angesagt gewesen. Anstelle entschliesst man sich zu jassen. Die Karten entscheiden. Ein Herrenteam gegen ein Damenteam bringt in 2 Gängen ein Unentschieden. An diesem Morgen entscheiden sich Pia und Ernst, aus familiären Gründen, vorzeitig nach Hause zurückzukehren. In dieser vom Wetter und unerwarteten Ereignissen etwas durchgeschüttelten Schar, die sich doch immer wieder zur Strasse hingezogen  fühlt, beschliesst man  zu fahren. Kempten ist das nächste Ziel. Der Konvoi ist etwas kürzer geworden, Werni fährt voraus gefolgt von Angela und Yvonne im  weissen MG, Fredy und Christina im roten MG und Béatrice, Ernst, Maire-Christina mit Walter im beheizten Jaguar. Walti fährt als Retter in der Not und verlässlicher BMW-Fahrer und Pannenhelfer mit Georges, als Beifahrer. Die Altstadt von Kempten mit Kirchen, schönen Läden und modernen Einkaufszentren laden zum Flanieren ein. In der engen Parkgarage mit steilen Rampen, verewigt sich Walter mit ein paar tiefen Kratzern im Belag. Zum Glück hält der Auspuff. Eine weitere Panne wäre absolut Image schädigend gewesen! In der Vielfalt des Angebots, Shoppen, „Käfele“, Bier trinken, obsiegt die Kultur. Vorschlag von Ernst, Besuch der „Residenz“. Ein absoluter Treffer. Vor allem der Führer, der uns durch die reich geschmückten Säle und Kammern begleitet, übertrifft das Mittelmass der oft übel ausgebildeten Touristenführer um einige Kadenzen. Die „Residenz“ wurde später dem Kloster angebaut. Das Kloster war eine Gründung des St.Galler Benediktiner Ordens. Die „Resindenz“ diente einem ganz anderen Zweck. Ihr oblag die weltliche Betreuung der damaligen Kirchgemeinde, nämlich die Verwaltung der Kirchengüter und Ausübung der vielseitigen Geschäftstätigkeiten. Diese Aufgabe wurde gleichwohl von den Mönchen wahrgenommen, musste aber von den Sakralen Verpflichtungen getrennt werden. Am Vormittag dienten die Mönche der Kirche und am Nachmittag, zogen sie ihre Kutten aus und waren Baumeister, Händler, Verwalter und unter Umständen auch Familienväter.

Dies war der letzte gemeinsame Ausflug der Woche. Ein gediegener Abschluss.

Samstag, 14. September

Das ausgiebige Frühstück, sowie die etwas mühsame Begleichung der Hotelrechnung, zieht die Abfahrt etwas in die Länge. Keine Woche ohne Panne. Kurz bevor wir unseren Konvoi vor dem Hotel positionieren, kommt Fredy mit einem Plattfuss daher. Dank Hammer und Hebelarm ist das Rad schnell gewechselt. Eine Reparatur meint Fredy sei nicht unbedingt zwingend, da wäre im Notfall noch Angelas‘ Ersatzrad. Der Konvoi setzt sich in Bewegung Richtung E 532. Bei Nieselregen halten wir, für die nicht mit Scheibenbremsen bestückten Fahrzeuge, einen genügenden Sicherheitsabstand. Über Waltenhofen und Isny erreichen wir den Pfändertunnel. Nach einem kurzen Abstecher ins Ländle, teilt sich der Konvoi in Toggenburger- und Sargans-Fahrer.

Walter Stocker, im Oktober 2013

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Den Organisatoren (im Bild mit Jaguar MK2) sei herzlich gedankt!

Sie haben es geschafft, trotz allen Widerwärtigkeiten eine grossartige Woche zu organisieren! (UGr)